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„Bewahren statt Erneuern“ - Workshop zur Instandsetzung der Fenster der Villa M. mit Johannes Mosler

Am 25. Januar bestritt Johannes Mosler als Experte für die Aufarbeitung historischer Fenster in der Villa Mutzenbecher einen Workshop.

Dazu hatte er eine Fülle von Anschauungsmaterialien ausgebreitet. Sein Credo, "aufarbeiten und belassen ist immer besser als erneuern", belegte er eindrucksvoll mit Holzbeispielen von alten Fenstern, Materialproben von Arbeiten mit Leinöl und einer „ Gruselecke". Am Vormittag zeigte er vor 16 TeilnehmerInnen, darunter von Denkmalschutzamt, Bauamt, Kirchenbauamt, Vertretern der Jugendbauhütte, HafenCity Universität und dem Verein Werte erleben e.V. wie Fensterrahmen aufgearbeitet und anschließend geschützt werden können.

Anschließend zeigte er am Beispiel des Türrali Huus in der Schweiz, wie so ein belassenes und repariertes Objekt zum Publikumsmagnet wird, gerade weil die  Gebrauchs- und Lebenspuren erhalten blieben und plädierte dafür, deren "spröden Charme„ zu bewahren.

Am Nachmittag gab es für BerufsschullehrerInnen, Studierende und Fachschüler eine anschauliche Einführung gepaart mit praktischen Unterweisungen. Es wurde vertieft auf Materialen, Techniken und Werkzeuge eingegangen. Zudem wurde die Aufarbeitung des Fussbodens an einer Probeecke  vorgeführt.

Die Teilnehmenden waren von der anschaulichen Vorstellung durchweg begeistert und wünschten sich für die Zukunft weitere solcher "hochwertigen Workshops". Dabei wurde auch über die Fortbildung „RestauratorIn im Handwerk“ gesprochen.

Es wurden  Ideen entwickelt, wie die praktischen Übungen für SchülerInnen aussehen könnten.  Die Ideen gingen vom Üben an Fenstern aus anderen Gebäuden, über Herstellen von Schutzverkleidungen für die Bauphase bis zur Rekonstruktion fehlender Bauteile, wie z.B. Fensterläden. 

Es wurde von den Vertretern des Denkmalschutzes und der Kirche verschiedentlich hervorgehoben, welche besondere Stellung die Villa Mutzenbecher in der Hamburger Denkmallandschaft einnimmt, insbesondere durch ihren guten im Original erhaltenen Zustand. Aus diesem Grund wäre die Zielsetzung des „Belassens“ (Beispiel Türrali Huus) bei der denkmalpflegerischen Zielsetzung attraktiv.

Die Idee, die Villa zu dem Ort in Hamburg zu machen, an dem mit Fortbildungen und Beispielanwendungen Denkmalschutz wegweisend und experimentell gezeigt, gelebt und diskutiert wird, wurde hier spürbar.